Wir wollen den Begriff Meisterwerk nicht überstrapazieren, aber dieser Film hat ihn sich in vielerlei Hinsicht verdient. Da ist natürlich die Regie,
aber auch das exzellente Sound-Design, der raffinierte Schnitt und nicht zuletzt der Kameramann, der die drei Episoden auf unterschiedlichen Materialien filmte. Der Film lädt zur Entschleunigung ein, ist heiter, leise, ermutigend, sinnlich und bei 2,5 Stunden Laufzeit keinen Moment langatmig. Unser Filmtipp!
Der majestätische Ginkgo biloba im Botanischen Garten der Universität Marburg ist beständiger Zeuge unzähliger Menschenleben: zum Beispiel vom chinesischen Neurowissenschaftler Tony, Gastprofessor in Marburg während der Pandemie, von Grete, die als erste Frau zum Biologiestudium zugelassen wird, und dem frauen- und sexualfeindlichen Klima der Wilhelminischen Ära trotzt und schließlich von Studienanfänger Hannes, der sich in den 70ern in seine Mitbewohnerin verliebt und in den Semesterferien aufopferungsvoll deren Experimente fortsetzt.

